Nach einer kurzen Dusche (die hier komplett anders ist. Man hat Wasser in einem Kübel und schüttet mit einer Kelle kaltes! Wasser über sich), sind wir in die Schule gegangen. Die Hinfahrt war schon ein grosses Abenteuer, da die Busse hier doch speziell sind - Fotos folgen ich hatte dummerweise die Kamera nicht mit! Und hätte momentan sowieso keine Chance, diese hochzuladen :-). In der Schule angekommen, stürzten sich alle Kinder eich auf uns und wollten wissen wer ich bin. Sie nennen einen hier Ate Melanie (=grosse Schwester). Und dauernd fallen die Wörter Guapa und beautiful! Alle wollen Fotos machen und man wird von allen Seiten angestarrt. Die Kinder sind sofort sehr anhänglich und wollen alles wissen. Sie sprechen sehr gut Englisch weshalb es mit der Verständigung gut klappt. Viele Kinder nehmen die Schule nicht sehr ernst und fehlen auch oft oder laufen einfach rein und aus dem Klassenzimmer. Was mich aber unglaublich begeistert hat, mit was sich die Kids, die nichts haben beschäftigen. Sie haben ein unglaublich tolles Spiel mit einem "Gummiball" (Mami erinnere mich daran, dass ich es dir unbedingt erklären muss, hier ist eine Erklärung zu schwierig :-)), dann nehmen sie "Gummeli", die sie auf den Boden vor eine Kante legen und schlagen dann in einer bestimmten Technik so häufig auf den Boden, bis das "Gummeli" über die Kante springt. Draussen schwingen sie ein Seil, über das man hüpfen muss. Da sie keinSeil haben nehmen sie jedoch ein Kabel zu Hilfe.
Die Kinder sind alle aus sehr armen Verhältnissen. Die Schule befindet sich zwischen einer riesigen Mülldeponie (ich komme später darauf zurück) und Slums... Wir sind am Nachmittag dann durch die Slums gelaufen, was ein sehr komisches Gefühl war. Es war mir erst auch ziemlich unangenehm, weil ich mir vorstellte, dass es die Leute, die dort wohnen nicht toll finden. Uns wurde aber überall zugewunken und bald wurden wir von einer Heerschar Kindern verfolgt. Die Leute leben echt auf allerkleinsten Raum....5 Leute in einer Baracke, die teilweise so gross wie unser Badezimmer ist.
Der eine Junge, der die Schule besucht und im Shelter Home wohnt, Jeb, hat uns nach der Schule noch die Mülldeponie gezeigt. (In der Schule hat es ca. 250 Kinder und im Shelter Home also der Unterkunft ca. 40)
Also Jeb hat uns dann auf die Mülldeponie geführt. Er hat bevor er ins Shelter Home gekommen ist selbst dort gewohnt und gearbeitet und ein Grossteil seiner Familie wohnt heute noch dort. Die Mülldeponie zu beschreiben ist schwer und Worte reichen dafür kaum aus. Weil es ein Schandfleck ist, ist es jedoch strengstens verboten Fotos zu machen.
Der ganze Müll vom Cagayan de Oro wird an diesem Ort abgeladen (Mittlerweile ist es riesig - es soll es ca. seit 18 Jahren geben und wir hatten eine gute Stunde um durchzugehen). Die Leute suchen dann da nach Karton, Glas, Dosen und so weiter, die sie sammeln und verkaufen und somit ihr Geld verdienen. Viele Leute haben ihr Haus direkt auf der Mülldeponie gebaut. Es stinkt natürlich fürchterlich, Schweine gehen ein und aus und alles ist sehr klein. Das erschreckende ist, dass selbst kleine Kinder nach Müll suchen und sich dort aufhalten, als wären sie auf einem Spielplatz. Viele laufen auch ohne Schuhe oder sogar ganz nackt rum.
Am Abend haben die Kinder alle noch gemeinsam gesungen und mich mit einem Lied willkommen geheissen.
Es war ein sehr, sehr langer und eindrücklicher Tag. Die Schicksale der Kinder hier sowie all der Leute in den Slums und in der Mülldeponie bewegen mich sehr! Die Herzlichkeit der Menschen und die Lebensfreude ist ansteckend!
So, ich esse nun noch etwas Reis (hier gibt es immer Reis-zum Frühstück, Mittag- und Abendessen) und dann geh ich ins Bett ich bin echt todmüde!
1 Kommentar:
Liebe Meli, ich finde deine Berichte total interessant- und was so toll ist: Du siehst nicht einfach das "Feriengesicht" von den Philippinen, sondern das wirkliche Leben- manchmal tut auch das gut, um Dankbar zu sein, was man hat.Du hast bestimmt viele Eindrücke- die du ein ganzes Leben bewahren darfst. Ich freue mich für dich, dass du dies alles Erleben kannst! Ich drücke dich lieb,Mami
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